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Solar-Carport für Firmenparkplätze: Welche Faktoren bei der Planung entscheidend sind

Warum Firmenparkplätze für Photovoltaik interessant sind

 

Firmenparkplätze gehören zu den Flächen, die im Tagesverlauf intensiv genutzt werden, ohne selbst unmittelbar zur Energieversorgung eines Unternehmens beizutragen. Ein Solar-Carport kann dieses Potenzial verändern: Die vorhandene Parkfläche bleibt für Fahrzeuge nutzbar und wird gleichzeitig zur Trägerfläche für eine Photovoltaikanlage.

Besonders interessant ist dieses Konzept für Industrieunternehmen, Logistikstandorte, Bürogebäude, Einkaufs- und Gewerbeimmobilien, Hotels, öffentliche Einrichtungen oder Unternehmen mit größeren Fahrzeugflotten. Auch dort, wo auf dem Dach nur begrenzte Flächen für Photovoltaik zur Verfügung stehen, kann ein Parkplatz zusätzliche Möglichkeiten schaffen.

Ein Solar-Carport ist dabei jedoch nicht einfach ein erhöhtes Freiland-Montagesystem. Die Konstruktion muss gleichzeitig die Anforderungen der Photovoltaik, des Fahrzeugverkehrs, der Gründung, der Entwässerung und gegebenenfalls der Ladeinfrastruktur erfüllen.

Genau deshalb sollte die Planung nicht erst mit der Auswahl der Module beginnen. Entscheidend ist vielmehr die Frage, wie Parkplatz, Tragstruktur und technische Infrastruktur als Gesamtsystem funktionieren können.

 

Welche Parkplätze sich besonders für einen Solar-Carport eignen

 

Grundsätzlich lässt sich ein Solar-Carport auf vielen betrieblichen Parkflächen realisieren. Die technische und wirtschaftliche Eignung hängt jedoch stark von den örtlichen Gegebenheiten ab.

Besonders interessant sind Standorte mit:

  • einer größeren Anzahl regelmäßig genutzter Stellplätze,
  • hohem Strombedarf während der Tagesstunden,
  • begrenzten Dach- oder Freiflächen,
  • geplanter oder bereits vorhandener Elektromobilität,
  • Firmenfahrzeugen oder größeren Fahrzeugflotten,
  • einem Bedarf an zusätzlicher Verschattung der Fahrzeuge.

Ein wichtiger Vorteil entsteht dort, wo die Fahrzeuge ohnehin während der PV-Erzeugungszeiten auf dem Parkplatz stehen. Beispielsweise können Mitarbeiterfahrzeuge während der Arbeitszeit unter dem Solar-Carport abgestellt werden. Der erzeugte Solarstrom kann gleichzeitig für den Eigenverbrauch des Unternehmens oder für Ladepunkte genutzt werden.

Ob sich die Investition wirtschaftlich rechnet, lässt sich allerdings nicht allein anhand der Anzahl der Stellplätze beurteilen. Dafür müssen unter anderem Anlagenleistung, Stromverbrauch, Netzanschluss, Ladeinfrastruktur, Baukosten und die konkrete Parkplatzsituation betrachtet werden.

 

Die Parkplatzgeometrie bestimmt die Konstruktion

 

Bei einem Solar-Carport ist die Position der Stützen einer der wichtigsten Planungspunkte. Die Tragstruktur darf die Nutzung der Stellplätze nicht unnötig einschränken und muss gleichzeitig ausreichend Raum für die statisch erforderliche Konstruktion bieten.

Zu Beginn sollten deshalb möglichst genaue Informationen über den Parkplatz vorliegen. Dazu gehören beispielsweise:

  • Anzahl und Anordnung der Stellplätze,
  • Fahrgassen und Zufahrten,
  • Ein- und Ausfahrtsbereiche,
  • Fahrzeugtypen,
  • vorhandene Beleuchtung,
  • Fußwege und barrierefreie Stellplätze,
  • bestehende technische Anlagen,
  • unterirdische Leitungen und Versorgungstrassen.

Eine Stütze, die statisch problemlos positioniert werden kann, kann aus Sicht des Parkplatzbetriebs trotzdem problematisch sein. Sie kann beispielsweise den Öffnungsbereich von Fahrzeugtüren beeinflussen, Rangierbewegungen erschweren oder die nutzbare Breite einer Fahrgasse reduzieren.

Deshalb müssen Tragwerksplanung und Parkplatzlayout von Anfang an aufeinander abgestimmt werden.

 

Durchfahrtshöhe und Fahrzeugtypen berücksichtigen

 

Auch die erforderliche Höhe der Konstruktion ist keine rein statische Frage. Auf einem Mitarbeiterparkplatz gelten andere Anforderungen als beispielsweise auf einem Standort für Lieferfahrzeuge oder größere Firmenflotten. Bei der Planung sollte deshalb festgelegt werden, welche Fahrzeugtypen den Parkplatz nutzen. Neben normalen Pkw können je nach Standort Transporter, Servicefahrzeuge oder andere höhere Fahrzeuge berücksichtigt werden müssen.

Mit zunehmender Bauhöhe können sich gleichzeitig die statischen Anforderungen verändern. Die Windangriffsfläche der Konstruktion nimmt zu, und die Lasten müssen über Stützen und Fundamente sicher in den Untergrund übertragen werden.

Die erforderliche Durchfahrtshöhe sollte daher nicht isoliert betrachtet werden. Sie ist Teil des gesamten statischen und funktionalen Konzepts.

 

Fundament und Untergrund: Die Lasten müssen sicher abgetragen werden

 

Ein Solar-Carport überträgt nicht nur das Eigengewicht der Module und Stahlprofile auf den Untergrund. Auch Wind- und Schneelasten wirken auf die Konstruktion und müssen über die Stützen und Fundamente sicher abgeleitet werden.

Welche Gründungslösung geeignet ist, hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:

  • Tragfähigkeit des Untergrunds,
  • Geometrie und Höhe der Konstruktion,
  • statischen Lasten,
  • vorhandener Parkplatzbefestigung,
  • Position bestehender Leitungen,
  • Zugänglichkeit der Baustelle,
  • möglichen Einschränkungen durch den laufenden Parkplatzbetrieb.

Gerade bei bestehenden Firmenparkplätzen ist die Situation häufig komplexer als bei einer neu geplanten Freifläche. Unter der Oberfläche können Stromleitungen, Wasserleitungen, Entwässerungssysteme oder andere Versorgungsinfrastrukturen vorhanden sein.

Vor Beginn der Montage sollte deshalb geklärt werden, welche Bedingungen tatsächlich vor Ort vorliegen.

 

Entwässerung von Anfang an mitplanen

 

Eine Photovoltaiküberdachung verändert den Wasserabfluss auf dem Parkplatz. Niederschlag trifft auf die Modulflächen, läuft kontrolliert zu bestimmten Bereichen ab und muss dort sicher abgeführt werden. Die Entwässerung sollte deshalb bereits in der Planungsphase berücksichtigt werden.

Dabei sind unter anderem die Neigung des Modulfeldes, mögliche Rinnen und Sammelpunkte, Fallrohre sowie die vorhandene Entwässerungsinfrastruktur zu untersuchen. Auch die Leistungsfähigkeit des bestehenden Systems sollte berücksichtigt werden.

Eine nachträgliche Anpassung der Entwässerung kann deutlich aufwendiger sein, wenn Fundamente, Stützen und Verkehrsflächen bereits festgelegt wurden. Eine gute Solar-Carport-Planung betrachtet deshalb nicht nur die Frage, wo die Module montiert werden. Ebenso wichtig ist, wohin das Regenwasser anschließend geleitet wird.

 

Solar-Carport und Elektromobilität sinnvoll kombinieren

 

Ein Solar-Carport kann eine besonders interessante Funktion erhalten, wenn er mit Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge kombiniert wird.

Dabei sollte jedoch nicht davon ausgegangen werden, dass Solarstrom und Ladebedarf jederzeit exakt gleichzeitig auftreten. Die tatsächliche Nutzung hängt von den Ladezeiten, dem Fahrzeugbestand, dem Stromverbrauch des Gebäudes und der verfügbaren Netzanschlussleistung ab.

Deshalb sollte bereits bei der Planung geklärt werden:

  • Wie viele Ladepunkte sind vorgesehen?
  • Welche Ladeleistungen werden benötigt?
  • Wie hoch ist die verfügbare Netzanschlussleistung?
  • Wird der Solarstrom direkt für die Fahrzeuge genutzt?
  • Welche weiteren Verbraucher sollen versorgt werden?
  • Ist ein Energiespeicher vorgesehen oder sinnvoll?

Besonders interessant kann die Kombination bei Unternehmen sein, deren Fahrzeuge tagsüber längere Zeit auf dem Betriebsgelände stehen. In diesem Fall können Solarstromerzeugung und Ladeinfrastruktur räumlich miteinander verbunden werden.

Mehr zur technischen Auslegung und zu den verfügbaren Lösungen finden Sie auf der Produktübersicht von Electraplan E-Solar.

 

Bestehende Parkplätze stellen besondere Anforderungen

 

Bei einem bereits vorhandenen Parkplatz muss nicht nur die neue Tragkonstruktion geplant werden. Auch die vorhandene Infrastruktur muss in das Konzept integriert werden. Dazu gehören beispielsweise Beleuchtung, Fahrbahnen, Entwässerung, Stromversorgung und bestehende technische Einrichtungen. Gleichzeitig muss während der Bauphase berücksichtigt werden, wie der Parkplatz weiterhin genutzt werden kann.

Auch die vorhandene Oberflächenbefestigung kann für die Planung relevant sein. Je nach Konstruktion und Gründung müssen bestehende Beläge angepasst, geöffnet oder entsprechend geschützt werden. Die Baustellenlogistik ist ebenfalls ein wichtiger Faktor. Materialanlieferung, Maschinenbewegungen und Montagebereiche müssen so organisiert werden, dass die Arbeiten technisch sicher und möglichst effizient durchgeführt werden können.

 

Konstruktion und Fertigung beeinflussen die Montagequalität

 

Bei größeren Solar-Carport-Projekten kommt es nicht nur auf die rechnerische Tragfähigkeit der Konstruktion an. Auch die Fertigungsqualität und die spätere Montage spielen eine wichtige Rolle. Profilgeometrie, Verbindungspunkte, Bohrungen, Zuschnitte und Bauteiltoleranzen müssen so ausgelegt sein, dass die Montage auf der Baustelle zuverlässig durchgeführt werden kann.

Gerade bei größeren Parkplatzanlagen mit vielen wiederkehrenden Konstruktionselementen können präzise gefertigte Bauteile einen wesentlichen Einfluss auf den Montageablauf haben. Für Unternehmen, die ein Solar-Carport-Projekt planen, lohnt es sich daher, nicht nur nach der installierbaren PV-Leistung zu fragen. Ebenso relevant sind die konstruktive Ausführung, die Fertigungsmöglichkeiten und die Erfahrung mit der Montage solcher Systeme.

Electraplan E-Solar verfügt über eigene Fertigungs- und Montagekapazitäten und entwickelt Montagesysteme für unterschiedliche PV-Anwendungen. Das Unternehmen verweist aktuell auf mehr als 1 GWp gelieferte Montagesysteme.

 

Wann lohnt es sich, einen Solar-Carport genauer zu prüfen?

 

Nicht jeder Parkplatz ist automatisch für eine wirtschaftlich sinnvolle Solar-Carport-Lösung geeignet. Eine detaillierte Prüfung ist besonders dann interessant, wenn mehrere Faktoren zusammenkommen. Dazu gehören beispielsweise eine größere Parkplatzfläche, ein hoher Stromverbrauch während des Tages, begrenzte Dachflächen oder der Wunsch, Elektromobilität am Unternehmensstandort auszubauen.

Auch die zusätzliche Verschattung der Fahrzeuge kann ein praktischer Vorteil sein. Gleichzeitig muss die Konstruktion so geplant werden, dass Stellplätze, Verkehrswege und technische Einrichtungen weiterhin funktional nutzbar bleiben. Eine belastbare Entscheidung sollte deshalb immer auf einer standortspezifischen Betrachtung beruhen.

 

Welche Planungsdaten sollten frühzeitig vorliegen?

 

Je früher die wichtigsten Randbedingungen bekannt sind, desto besser lässt sich die Tragstruktur auf die tatsächliche Situation abstimmen.

Besonders hilfreich sind:

  • Lageplan und aktuelle Parkplatzgeometrie,
  • Anzahl und Abmessungen der Stellplätze,
  • Fahrgassen und Zufahrten,
  • Fahrzeugtypen,
  • Informationen über vorhandene Leitungen,
  • Angaben zur Entwässerung,
  • vorhandene elektrische Infrastruktur,
  • gewünschte PV-Leistung,
  • geplante Ladepunkte,
  • Informationen zum Untergrund und zur vorhandenen Befestigung.

Aus diesen Daten kann anschließend ein technisches Konzept entwickelt werden, bei dem Tragstruktur, PV-Anlage, Verkehr, Entwässerung und elektrische Infrastruktur zusammen betrachtet werden.

 

Fazit: Solar-Carports sind eine Planungsaufgabe für den gesamten Standort

 

Ein Solar-Carport kann aus einer klassischen Parkplatzfläche einen multifunktionalen Teil der Energie- und Mobilitätsinfrastruktur eines Unternehmens machen. Die Photovoltaikanlage erzeugt Strom, während die Parkplätze weiterhin genutzt werden können und gleichzeitig eine zusätzliche Verschattung entsteht.

Damit dieses Konzept langfristig funktioniert, muss die Planung jedoch über die reine PV-Leistung hinausgehen. Parkplatzgeometrie, Stützenpositionen, Durchfahrtshöhen, Fundamente, Untergrund, Entwässerung, elektrische Infrastruktur und gegebenenfalls Ladepunkte müssen gemeinsam betrachtet werden.

Besonders bei bestehenden Firmenparkplätzen ist eine genaue Bestandsaufnahme entscheidend. Je früher die örtlichen Bedingungen bekannt sind, desto besser können Konstruktion und Montage auf den Standort abgestimmt werden.

Für eine individuelle technische Abstimmung können Unternehmen direkt mit Electraplan E-Solar Kontakt aufnehmen: Kontakt zu Electraplan E-Solar.

 

FAQ zum Solar-Carport für Firmenparkplätze

 

Was ist ein Solar-Carport?

Ein Solar-Carport ist eine Überdachung für Fahrzeuge, auf deren Tragstruktur Photovoltaikmodule installiert werden. Dadurch kann eine Parkplatzfläche gleichzeitig zum Abstellen von Fahrzeugen und zur Solarstromerzeugung genutzt werden.

Kann ein bestehender Firmenparkplatz nachträglich mit einem Solar-Carport ausgestattet werden?

Grundsätzlich ist dies möglich. Vor der Planung sollten jedoch Parkplatzgeometrie, vorhandene Leitungen, Entwässerung, Oberflächenbefestigung und die bestehende elektrische Infrastruktur geprüft werden.

Kann ein Solar-Carport mit E-Ladestationen kombiniert werden?

Ja. Solar-Carports können mit Ladepunkten für Elektrofahrzeuge kombiniert werden. Dabei müssen jedoch PV-Erzeugung, Ladeleistung, Stromverbrauch und Netzanschluss gemeinsam betrachtet werden.

Welche Rolle spielt der Untergrund?

Der Untergrund ist für die Gründung der Konstruktion entscheidend. Die auftretenden Lasten müssen sicher über Stützen und Fundamente in den Baugrund übertragen werden. Die konkrete Lösung hängt von den örtlichen Bedingungen ab.

Muss ein Solar-Carport über jeden Stellplatz gleich aufgebaut sein?

Nicht zwingend. Die Konstruktion kann an die vorhandene Parkplatzgeometrie, Fahrgassen, Zufahrten und technische Randbedingungen angepasst werden. Entscheidend ist eine frühzeitige Abstimmung zwischen Parkplatzlayout und Tragstruktur.

Ist ein Solar-Carport teurer als eine klassische Freilandanlage?

Die Kosten lassen sich nicht pauschal vergleichen, da bei einem Solar-Carport neben der PV-Unterkonstruktion auch Anforderungen an Fahrzeugverkehr, Fundamente, Entwässerung und gegebenenfalls Ladeinfrastruktur berücksichtigt werden müssen. Entscheidend ist die Wirtschaftlichkeit des konkreten Standorts.

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